Die Maueröffnung vor 30 Jahren

„Die Bilder dieser Nacht berühren uns heute noch ungeheuer“, sinniert Dr. Wolfgang Krüger bei dem Gespräch über den Mauerfall vor 30 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums bat der Vehlefanzer Heimatverein den Journalisten Robert Tiesler, eine Gesprächsrunde zu leiten, die die unglaublichen Geschehnisse am 9. November 1989 und seine Folgen noch einmal in Erinnerung rief und beleuchtete. Das Thema wurde aus Sicht der Gemeinde Oberkrämer diskutiert.
Ein Thema des Abends war die Frage, wie es zur Deutschen Einheit kam.
Aus „Wir sind das Volk“ wurde „Wir sind ein Volk“, und damit kam die Frage nach einem Zusammenschluss der Deutschen Lande hoch, meint Dr. Krüger, der einstige Chefredakteur von Rias-TV.
Deutschland war aber noch kein souveräner Staat. Es brauchte die Zustimmung der Alliierten, dass aus den 2 Deutschlands Eins werden durfte. Nicht alle waren dafür.
Warum nicht der emotionsbeladene 9. November, sondern das künstliche Datum 3. Oktober den 17. Juni als Nationalfeiertag abgelöst hat, stand ebenso als große Frage im Raum. Für die meisten ist der 9. November das wichtigere Datum. Es veränderte ihr Leben und ihre Welt.
Die rund 50 Zuhörer beteiligten sich teilweise an der Diskussion an der Veranstaltung am 30. Oktober 2019 im Haus der Generationen. Viele erzählten im Anschluss ihre Erlebnisse – oft sehr emotionsreich – und legten ihre Sicht auf die Wende, die Deutsche Einheit und die letzten 30 Jahre dar.
Vehlefanz habe viel Glück gehabt, meint Ortsvorsteher Hubert Gediga, und ein gutes Händchen, das Chaos der Wende in die richtigen Bahnen zu lenken.
Die Regierungen seien auf das Ereignis überhaupt nicht vorbereitet gewesen. Es wurden daher auch viele Fehler gemacht nach der Maueröffnung.“ Aber Vehlefanz, Oberkrämer, hat von der Wende gewonnen“.

Und was sagt die Nachwende-Jugend?
Luisa Plentz (19): „Für mich ist die DDR Geschichte. Ich habe darüber in der Schule gelernt und meine Eltern erzählen manchmal davon“. Junge Menschen definierten sich nicht mehr nach Ost oder West.